SPD Werther

Ein Meinungsbild

Allgemein

Wir möchten Ihnen auch die Meinung der anderen Fraktionen nicht vorenthalten. Diese werden in dem Artikel: "Fraktionen nehmen Weike in Schutz" des Westfahlen-Blatts von Marco Purkhart dargestellt. Die Position der Grünen ist in den vorangegangenen Artikeln deutlich geworden. Sie wird hier nicht erneut erläutert.

 

Fraktionen nehmen Weike in Schutz

 

Kein Verständnis für Vorwürfe der Grünen

 

Werther (WB). Die Kritik der Grünen an der Bürgermeisterin, weil sie das Praktikum eines Neonazis im Rathaus nicht öffentlich gemacht hat, stößt bei den anderen Ratsfraktionen auf Unverständnis. Sie nehmen Marion Weike in Schutz. Ulrich Buchalla (CDU) macht sich im Nachhinein sogar selbst Vorwürfe.

 

Von Marco Purkhart

 

Wie berichtet, hatte Bruno Hartmann (Grüne) im Stadtrat mitgeteilt, dass Sascha Krolzig sechs Wochen in der Stadtverwaltung als Praktikant gearbeitet hat. Der 25-Jährige ist in der rechtsextremen Szene ein bekannter Mann und im Bundesvorstand der Partei »Die Rechte« aktiv, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Hartmann kritisierte, dass die Bürgermeisterin diesen Umstand trotz Aufforderung nicht öffentlich gemacht habe.

 

CDU-Fraktionsvorsitzender Ulrich Buchalla will der SPD-Frau keinen Vorwurf machen. »Sie tut mir sogar leid. Dass er ein Rechtsextremist ist, wurde erst nach Ende des Praktikums bekannt. Den Vorfall hätte sie nicht verhindern können. Die Grünen sollten Frau Weike nicht wie die letzte Deppin darstellen.« Weike habe die Fraktionsvorsitzenden intern informiert. »Ich hätte es an ihrer Stelle auch nicht an die große Glocke gehängt«, sagt er. Als Mitarbeiter des Staatsschutzes weiß Ulrich Buchalla, dass »Ähnliches auch in anderen Rathäusern passiert«. Er räumt sogar ein, dass er sich im Fall Sascha Krolzig selbst Vorwürfe mache. Als die

Bürgermeisterin den damaligen Praktikanten am 7. Februar im Stadtrat namentlich vorgestellt hat, habe Buchalla wie alle anderen Anwesenden nicht geschaltet. »Als er da saß, ist mir nichts merkwürdig vorgekommen. Dabei fiel es mir im Nachhinein wie Schuppen von den Augen«, sagt er. Der Fall sei eben auch ein Paradebeispiel dafür, dass Neonazis heutzutage nicht mehr nur als lärmende Hohlköpfe mit Spingerstiefeln und rasiertem Schädel auftreten: »Gerade die Funktionärsebene verhält sich sehr abgezockt.«

 

Uwe Gehring (UWG) pflichtet der Bürgermeisterin ebenfalls bei: »Ich hätte es nicht öffentlich gemacht, denn so bekommen diese Leute auch noch Aufmerksamkeit. Man kann sie nicht komplett fernhalten, das muss doch jedem klar sein.«

 

Jan-Holm Sussieck (FDP) geht hart mit den Grünen ins Gericht. Rechtsextremistisches Gedankengut sei in keiner Weise akzeptabel: »Doch über diese Selbstverständlichkeit muss man unter Demokraten nicht diskutieren, wie es die Grünen scheinbar wollen.« Sussieck verurteilt vor allem die Art und Weise, wie die Grünen den Vorfall öffentlich gemacht haben: »Dieses Thema eignet sich überhaupt nicht dazu, parteipolitisches Kapital herausschlagen zu wollen. Doch genau das versuchen die Grünen mit ihrer Kritik an der Bürgermeisterin, was ich mehr als unpassend finde.«

 

So sieht es auch Rainer Schütz (SPD). Der Vorfall sei gewiss bedauerlich, aber nicht zu verhindern gewesen. Der Fraktionsvorsitzende hat den Eindruck, dass es den Grünen eben nicht nur um die Information der Öffentlichkeit gegangen sei. Mit ihrem »Furor« in der Kritik an der Bürgermeisterin hätten sie bereits deutlich gezeigt, wohin die Richtung im nächsten Kommunalwahlkampf gehe: »Sie haben sich auf die Person Marion Weike eingeschossen.« Sich als »Nazi-Jäger« profilieren zu wollen, hält Schütz für unwürdig. »Stattdessen ist es doch

wichtig, dass wir alle uns daran erinnern, gemeinsam auf allen Ebenen wachsam gegen Extremismus zu sein«, sagt der Sozialdemokrat.